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Planen und Bauen ohne Hindernisse

Wenn man sich entscheidet, ein neues Haus zu bauen oder ein altes Haus zu renovieren, sollte man sich auch darüber Gedanken machen, dass man nicht immer jung und fit bleibt. Mit dem Alter kommen irgendwann auch die Gebrechen und dann können kleine Details in der Wohnung zu unüberwindbaren Hindernissen werden. Aber auch junge Familien mit Kindern profitieren von einer entsprechend durchdachten Planung. Darum sollte man bei der Planung überprüfen, ob man zumindest ein Geschoss alten- und behindertengerecht ausbauen kann.

Sehr hilfreiche Richtlinien zu diesem Thema findet man in der der DIN 18040:

  • DIN 18040-1: Barrierefreies Bauen, Planungsgrundlagen - Teil 1
    Öffentlich zugängliche Gebäude
  • DIN 18040-2: Barrierefreies Bauen, Planungsgrundlagen - Teil 2
    Wohnungen
  • DIN 18040-3: Barrierefreies Bauen, Planungsgrundlagen - Teil 3
    Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum

Die drei Teile der DIN 18040 ersetzen die alten DIN Normen 18024 und 18025, die bis dahin entsprechende Vorgaben für ein barrierefreies Umfeld festlegten.

Es ist jedoch auch zu bedenken, dass Barrierefreiheit etwas mehr Platz benötigt und daher die tollen Standardgrundrisse von Fertig- und Bausatzhäusern mit platzsparenden Bädern, Toiletten sowie engen Treppenhäusern und Fluren oftmals nicht geeignet sind, für ein altengerechtes Wohnen. Und wenn man hier entsprechend großzügiger plant, sollte letztendlich auch das Grundstück und das Budget etwas großzügiger eingeplant werden. Wenn man die Investition ins Eigenheim tätigt, dann möchte man nicht im Alter noch einmal von vorne Anfangen und erneut eine größere Summe in die Hand nehmen müssen.

Tritte, Stufen und Absätze

Bodenebene Duschtasse

Schon die Eingangstür kann zu einer unüberwindbaren Barriere oder gar Stolperfalle werden, wenn dort eine Türschwelle, eine Blockstufe oder gar eine Treppe vorhanden ist. Wenn es sich beim Neubau oder Umbau eines Hauses einrichten lässt, sollte man grundsätzlich auf solche Details achten und auf stufenartige Höhenunterschiede verzichten.

Eine Möglichkeit ist es den Weg zwischen Hofeinfahrt und Haustür als Rampe auszubilden um die Tür dann eben, ohne Absatz erreichen zu können. Dies ist nicht nur für ältere Menschen mit Rollator oder Gehstock von Vorteil, sondern auch für den sportlichen Menschen, der aufgrund eines Sportunfalls vorübergehend an Krücken oder einen Rollstuhl angewiesen ist.

Wichtig ist bei solchen bodengleichen Lösungen allerdings auch eine entsprechende Entwässerungsrinne vor den Türen anzuordnen, damit Schlagregen nicht unter der Türschwelle hindurchläuft. Auch das maximal Gefälle von 6 % (6 cm Steigung auf einen Meter Rampenlänge) sollte man in keinem Fall überschreiten, sondern bei längeren Rampen eher die Steigung flacher ansetzen, wenn dies möglich ist. Auch steigungsfreie Podeste in ausreichender Länge sollte man nicht vergessen, denn mit einem Rollstuhl benötigt man auch mal Stellen zum Luft holen, an denen der Rollstuhl nicht gleich wieder bergab rollt.

Türen, Flure, Treppenhäuser

Bei der Grundrissgestaltung sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass die Flure breit genug sind, um mit einem Rollstuhl wenden zu können. Dann kommt man auch mit einem Rollator, mit Krücken oder einem Gehstock problemlos durch. Außerdem sollten keine Gegenstände, Möbel oder Einbauten in Fluren vorhanden sein, die Stolperfallen oder Hindernisse darstellen könnten.

Nicht nur für Rollstuhlfahrer sind breite Türen mit einer lichten Breite von mindestens 90 cm gut zu durchfahren, sondern auch für Senioren mit Rollatoren. Außerdem sind breitere Türen auch beim Transport von Möbeln, Einkäufen oder Wäschekörben von Vorteil. Nachteil ist, dass in den Räumen entsprechend Platz sein Muss, um die Türen aufschwingen zu lassen bzw. die Raumbreite muss ausreichend sein, damit die Tür beim Öffnen nicht direkt an dahinter stehende Möbel oder Installationen schlägt und so ein vollständiges Öffnen der Tür evtl. nicht möglich wäre.

Bei Treppen und Treppenhäusern sollte man eine Laufbreite von mindestens 100 cm anstreben und darauf achten, dass die Steigungen und Auftritte nicht zu ungünstig bemessen sind, und die Treppe dadurch für Gehbehinderte gar nicht mehr zu bezwingen sind. Dies kann auch nach einem längeren Besuch eines Weinfestes bei der morgendlichen Heimkehr sehr hilfreich sein, wenn die Treppe gut begehbar ist und keine Stolperkanten bietet (Untertritte an Setzstufen). Die Wände an Treppen sollten so gestaltet sein, dass es später ohne größeren Aufwand möglich ist, einen Treppenlift nachzurüsten, wenn dieser einmal erforderlich werden sollte.

Bäder, Küchen und Funktionsräume

Besonders wichtig ist es, alle Funktionsräume entsprechend großzügig zu gestalten, dass zwischen bzw. vor den Einrichtungsgegenständen (Küchenschränke, Toiletten, Waschtische, etc.) ein ausreichend großer Bewegungsraum vorhanden ist. Für Rollstuhlfahrer sollte man daher immer einen Freiraum von 150 cm Länge und 150 cm Breite einplanen. Auch die Anordnung von Schränken und Lichtschaltern sollte gründlich durchdacht sein. Denn ein Hochschrank oder ein Hängeschrank kann aus einer sitzenden Position im Rollstuhl oder für Personen, die sich auf einem Gehstock abstützen müssen, unerreichbar sein.

Unter Berücksichtigung der DIN 18040 Teil 2 können hier viele Problemstellen schon im Vorfeld vermieden werden. Man sollte auch immer Bedenken, dass man Kompromisse eingehen muss und sich nicht alle Mindestanforderungen auf den Zentimeter umsetzen lassen. Wer sich bei der Planung frühzeitig mit Fachhandwerkern (Küchenbauer, Installateur, Elektriker) in Verbindung setzt und diese dann später auch mit der Ausführung beauftragt, kann bei der Planung dieses Fachwissen mit einbeziehen und evtl. auch von praktischen Neuentwicklungen erfahren, die möglicherweise eine kostengünstige und wirtschaftliche Alternative zu althergebrachten Bauweisen darstellen.

Badezimmer mit Bewegungsflächen

Zu eng geplantes Badezimmer

Weitere Informationen zum Thema...

Weitere Informationen zu KfW-Förderprogrammen für barrierefreien Aus- und Umbau unter www.kfw.de. Die Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen bietet unter www.barrierefrei-rlp.de weitere Informationen an.






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